Entwicklungsstrategie Ghanas
Ghana gilt als demokratisch gefestigtes Kernland Westafrikas – mit stabilen Institutionen, pluralistischer Medienlandschaft und wiederholten Regierungswechseln durch Wahlen. Diese politische Verlässlichkeit macht Ghana zu einem bevorzugten Partner für internationale Zusammenarbeit.
Gleichzeitig steht das Land vor grossen strukturellen Herausforderungen: klimabedingte Ertragsrisiken im Norden, Urbanisierungsdruck im Süden, hohe Jugendarbeitslosigkeit und ein Bildungssystem, das vielerorts nicht mit dem demografischen Wandel Schritt hält. Trotz wirtschaftlicher Öffnung und technologischem Aufbruch bleibt die sozioökonomische Kluft zwischen Regionen, Generationen und Sektoren deutlich spürbar.
Mit seiner aktiven Rolle in der Agenda 2030 und seiner klaren Entwicklungsorientierung ist Ghana ein strategisches Schwerpunktland für die Arbeit der Green Nations Foundation in Westafrika.
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Nationaler Reformrahmen für Beschäftigung, Industrialisierung, Klimawandel und Governance

Entwicklung eines eigenständigen, ressourcengestützten Wirtschaftsmodells mit lokaler Wertschöpfung

Stärkung der Distriktebene als Trägerin partizipativer Entwicklungsplanung und Budgetverantwortung

Schwerpunkte: klimaresiliente Landwirtschaft, Küstenschutz, Kreislaufwirtschaft, nachhaltige Energie
Zudem wird aktuell das Programm Ghana CARES „Obaatanpa“ umgesetzt – ein wirtschaftliches Stimuluspaket zur Überwindung der Pandemiefolgen und Beschleunigung grüner Transformation, unter besonderer Berücksichtigung von KMU, Jugendbeschäftigung und Digitalisierung.
Trotz Rückgängen bei der nationalen Armutsquote leben in Regionen wie Upper West und North East weiterhin über 60 % der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze. Der Zugang zu Wasser, Strom, Gesundheitsversorgung und Bildung ist stark unterschiedlich verteilt.
Über 40 % der Erwerbslosen sind unter 25 Jahre alt. Die Berufsbildungssysteme erreichen nicht alle Bildungssegmente, insbesondere im informellen Sektor. Technischpraktische Qualifikationen und digital orientierte Ausbildungsformate sind regional ungleich verteilt.
Der Norden Ghanas ist zunehmend von Dürre betroffen, während der Süden unter Küstenerosion und Überschwemmungen leidet. Der Volta-See, zentral für Energie- und Trinkwasserversorgung, verliert kontinuierlich an Speicherkapazität durch Sedimentablagerungen.
Gold, Bauxit, Mangan und Kakao prägen den Export – doch Weiterverarbeitung und Innovationsökonomie bleiben begrenzt. Umweltbelastungen durch illegale Kleinminen („Galamsey“) gefährden Wasser- und Ökosysteme.
Ghana steht an der Schwelle zur ökologischen und wirtschaftlichen Transformation – vorausgesetzt, strukturelle Ungleichheiten und systemische Kapazitätslücken werden strategisch adressiert.
Ghana ist Sitz des Africa Adaptation Acceleration Program (AAAP) – einer panafrikanischen Innovationsplattform für klimasmarte Landwirtschaft, Küstenschutz und Infrastrukturanpassung, getragen von GCA und AfDB.
Im Rahmen des Compact with Africa der G20 engagieren sich Deutschland, Frankreich und die Weltbank in Investitions- und Governancepartnerschaften, u. a. in den Sektoren Energie, Digitalisierung und Urbanisierung.
Mit dem Programm „Green Economy Ghana“ unterstützt die EU die Förderung nachhaltiger Produktionssysteme, KMU und Jugendbeschäftigung. Schwerpunktregionen sind Ashanti, Greater Accra und Northern Ghana.
Die Green Nations Foundation wird in Ghana dort aktiv, wo lokale Innovationskraft mit strukturellem Hebel zusammenfällt:
– Ländliche Entwicklung & agrarökologische Innovation
Förderung klimafester Anbau- und Vermarktungssysteme in den Northern Savanna Zones
– Berufsbildung & unternehmerische Jugendförderung
Aufbau regionaler Ausbildungszentren und Zugang zu Finanzierung für grüne Startups
– Wasser-, Boden- und Ressourcenschutz
Renaturierung degradierter Flächen, Schutz von Wassereinzugsgebieten, Agroforstsysteme
– Partizipative Governance & dezentrale Wirkung
Begleitung regionaler Entwicklungspläne (z. B. DMTDPs) mit Fokus auf Wirkungsmessung und soziale Kohäsion
Unsere Arbeit in Ghana trägt messbar zur Umsetzung folgender Ziele der Agenda 2030 bei: