Entwicklungsstrategie Marokkos
Die marokkanische Regierung verfolgt eine kohärente Transformationsstrategie,die wirtschaftliche Diversifizierung, ökologische Resilienz und soziale Inklusionverbindet:
Marokko gilt als geostrategischer Brückenkopf zwischen Europa, Afrika und derarabischen Welt – und als eines der dynamischsten Länder Nordafrikas im Hinblickauf nachhaltige Entwicklung. Mit einer ambitionierten Klima- und Energiepolitik,wachsender urbaner Dynamik und institutioneller Reformbereitschaft bietet das Königreich einen fruchtbaren Boden für zukunftsgerichtete Partnerschaften.
Gleichzeitig steht das Land vor grossen Herausforderungen: Die Jugendarbeitslosigkeit liegt bei über 32 %, ländliche Regionen bleibenunterversorgt, und der landesweite Wasserstress erreicht mit weniger als 650m³/Person und Jahr kritische Werte. Die demografische Entwicklung sowie dieAuswirkungen des Klimawandels verschärfen bestehende Spannungsfelder –insbesondere in semi-ariden und agrarisch geprägten Regionen.
Die marokkanische Regierung verfolgt eine kohärente Transformationsstrategie,die wirtschaftliche Diversifizierung, ökologische Resilienz und soziale Inklusionverbindet:

Förderung junger Landwirt*innen, Stärkung ländlicher Wertschöpfung,Ernährungssouveränität

Ausbau von Speicher- und Entsalzungsanlagen, Modernisierung derAgrarbewässerung, Schutz von Grundwasserreserven
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Industrialisierung, Chancengleichheit und territoriale Kohärenz als Leitziele– Regionale Entwicklungspläne (PDRs)
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Regional verankerte Reformprogramme mit differenzierten Prioritäten und Budgetrahmen
Regional verankerte Reformprogramme mit differenzierten Prioritäten undBudgetrahmen Mit digitalen Landwirtschaftsplattformen, Wasserstoff-Sonderzonen undklimagerechter Infrastruktur übersetzt Marokko seine Klimaziele in konkreteMassnahmen. Zielmarken sind u. a. 350’000 neue Jobs im Agrarsektor und sieben neue Entsalzungsanlagen bis 2030.
In trockenen Regionen wie Drâa-Tafilalet fällt teils weniger als 200mmNiederschlag pro Jahr. Die Landwirtschaft beansprucht rund 83 % derWasserressourcen – vorwiegend durch grossflächige Bewässerung. DerGrundwasserspiegel im Souss-Massa-Becken sinkt jährlich um über einen Meter.
Rund die Hälfte der Jugendlichen im Alter zwischen 15 und 24 Jahren hat keinen Sekundarschulabschluss. Besonders in ländlichen Gebieten fehlt es anberufsqualifizierenden Angeboten. Trotz neuer Ausbildungszentren und dualerProgramme bleibt der Übergang in produktive Beschäftigung prekär.
Rund 20 % der landwirtschaftlich genutzten Fläche sind von Erosion betroffen.Wüstenbildung bedroht ehemals bewirtschaftete Flächen, insbesondere inHanglagen des Atlasgebirges. Langfristige Programme zur Wiederbegrünung undnachhaltigen Landnutzung laufen an, benötigen aber Zeit und politischeKontinuität.
Dank des PERG-Programms beträgt die ländliche Elektrifizierungsquote heuteüber 99,7 %. Dennoch fehlt es in vielen Gemeinden an verlässlicher Wasser- undAbwasserversorgung sowie an Zugang zu sauberer Energie für Haushalt undGewerbe.
Seit der COP22 in Marrakesch (2016) positioniert sich Marokko als afrikanische Klimastimme. Es ist Mitbegründer der Triple A-Initiative (Adaptation of African Agriculture) und tritt in multilateralen Prozessen – etwa der Powering Past CoalAlliance – als aktiver Reformakteur auf.
Die EU unterstützt die grüne und digitale Transformation Marokkos mit €1.6Mrd.Die AfDB stellt zusätzliche €600Mio. bereit, u. a. für klimaresiliente Landwirtschaft,Wassersicherheit und frauengeführte Transformationsprojekte.
Leuchtturmprojekte wie der NOOR-Solarkomplex (510MW, CSP-Technologie) unddie Deutsch-Marokkanische Energiepartnerschaft (PAREMA) zeigen, wieinternationaler Technologietransfer lokale Innovationsdynamik erzeugt. DieIntegration von Smart Grids, Speichertechnologie und grünem Wasserstoff stehtim Fokus.
Fazit: Marokko ist kein passiver Empfänger von Entwicklungskooperation, sondernein aktiver Gestalter globaler Nachhaltigkeitsprozesse – mit wachsendem Einflussim afrikanischen und euro-mediterranen Raum.
Die Green Nations Foundation arbeitet in Marokko mit Partnern an vierstrategischen Hebelpunkten:
– Wasser- und Bodenmanagement in semi-ariden und ländlichen Regionen
– Förderung agrarökologischer Produktionssysteme mit lokalerWertschöpfung
– Berufsbildung und unternehmerische Förderung im grünen Sektor fürJugendliche
– Begleitung regionaler Entwicklungsprozesse, insbesondere instrukturschwachen Gebieten
Unsere Arbeit leistet messbare Beiträge zu den folgenden Zielen der Agenda2030: