Entwicklungsstrategie Indiens
Die indische Regierung verfolgt eine mehrschichtige Entwicklungsagenda, die auf wirtschaftliche Selbstständigkeit, regionale Resilienz und ökologische Nachhaltigkeit zielt:
Indien ist die bevölkerungsreichste Nation der Welt, fünftgrösste Volkswirtschaft und eine aufstrebende Grossmacht mit wachsendem Einfluss in multilateralen Nachhaltigkeitsprozessen. Das Land ist geprägt von tiefgreifender kultureller Vielfalt, technologischer Innovationskraft, wachsenden urbanen Zentren und einer jungen Bevölkerung mit enormem Transformationspotenzial.
Gleichzeitig bleibt Indien ein Land tiefgreifender Kontraste: Zwischen globaler High-Tech- Industrie und informeller Arbeitsrealität, zwischen urbaner Dynamik und ländlicher Deprivation, zwischen Fortschritt und extremer ökologischer Belastung. Klimarisiken, Wasserstress, Luftverschmutzung und Biodiversitätsverlust zählen zu den grossen Herausforderungen.
Indien steht heute an der Schnittstelle zwischen nationaler Entwicklung, sozialer Gerechtigkeit und globaler Klima-Verantwortung – und verfügt über das politische Gewicht und die institutionellen Strukturen, diese Ambitionen umzusetzen.
Die indische Regierung verfolgt eine mehrschichtige Entwicklungsagenda, die auf wirtschaftliche Selbstständigkeit, regionale Resilienz und ökologische Nachhaltigkeit zielt:
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Zentrale Entwicklungsvision mit Fokus auf Landwirtschaft, Wasser, Energie, Mobilität, Gesundheit, Bildung, Urbanisierung und Umwelt.
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Umfassender Klimarahmen mit acht sektoralen „Missions“ (Solarenergie, Energieeffizienz, Wasser, Landwirtschaft, Städte, Himalaya-Ökosysteme, Wissen & strategische Forschung).
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Förderprogramm für 112 wirtschaftlich benachteiligte Distrikte – mit Fokus auf Bildung, Gesundheit, Infrastruktur und Lebensqualität.
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Programme für universellen Zugang zu sauberem Trinkwasser (rural & urban) sowie nachhaltige Stadtentwicklung in mittelgrossen Städten.
Indien ist eines der am stärksten klimaexponierten Länder. Hitze, Wasserknappheit, Gletscherschmelze, Zyklone und Extremregenereignisse bedrohen Lebensgrundlagen und Infrastruktur. Städte wie Delhi oder Kanpur verzeichnen regelmässig lebensbedrohliche Luftqualitätswerte.
Mehr als 60 % der Landwirtschaft ist regenabhängig. Übernutzung von Grundwasser, ineffiziente Bewässerung und Monokulturen führen zu Ernteausfällen und Migration. Viele Regionen, u. a. Maharashtra, Punjab, Rajasthan, leiden unter chronischem Wassermangel.
Rund 90 % der Arbeitskräfte sind im informellen Sektor tätig. Während Tech-Zentren wie Bangalore oder Hyderabad florieren, bleiben viele ländliche Regionen unterversorgt – mit fehlender Basismobilität, Gesundheitsinfrastruktur und Bildungszugang.
Trotz politischer Fortschritte bleiben Frauen, Dalits, Adivasi und andere marginalisierte Gruppen in vielen Bereichen systematisch benachteiligt – etwa im Zugang zu Ressourcen, Eigentum, Finanzsystemen oder Entscheidungsstrukturen.
Indien hat als G20-Präsidentschaft 2023 den Fokus auf „Lifestyle for Environment (LiFE)“, nachhaltige Finanzen, Süd-Süd-Kooperation und Resilienz gesetzt. Es ist Gründungsmitglied der International Solar Alliance (ISA) und Partner im Global Biofuel Alliance.
Kooperationen mit Deutschland, Japan, EU, ADB, WB und USAID zur Förderung von Erneuerbaren, Speichertechnologien, grünem Wasserstoff, Smart Grids und Off-Grid-Systemen.
Der nationale SDG-Index von NITI Aayog dient als öffentliches Monitoring-Tool. Bundesstaaten sind verpflichtet, Fortschritte jährlich zu berichten und eigene SDG-Roadmaps zu entwickeln.
Die Green Nations Foundation wirkt in Indien entlang vier zentraler Transformationsachsen:
Stärkung agrarökologischer Methoden, Tröpfchenbewässerung, lokalem Saatgutmanagement und Speichertechnologien in wasserarmen Regionen wie Marathwada, Bundelkhand und Telangana.
Kooperation mit Skill Development Missions, ITIs und sozialen Unternehmen zur Ausbildung junger Menschen in erneuerbarer Energie, Kreislaufwirtschaft, Klimabau und Reparatursektor.
Förderung klimafester Infrastruktur, Grünraumplanung, nachhaltiger Mobilität und solarbetriebener Wassersysteme in mittelgrossen Städten (Smart Cities, AMRUT-Netz).
Unterstützung frauengeführter Kooperativen, Mikrokreditmodelle und digitale Plattformen für Zugang zu Finanzdienstleistungen, Bildung und Unternehmertum in strukturschwachen Bundesstaaten.
Unsere Arbeit in Indien trägt gezielt zu folgenden Zielen der Agenda 2030 bei: